Max Beckmann (1884-1950)

Maler und Graphiker

1884

12. Februar 1884: Geburt in Leipzig.

1895

Umzug der Familie nach Braunschweig. Tod des Vaters im November.

Erstes überliefertes Aquarell.

1897

Erstes überliefertes Selbstporträt.

Einsetzende Begeisterung für fremde Kulturen.

1898-1900

Nachweis erster graphischer Arbeiten.

1900-1903

Nach Ablehnung der Bewerbung an der Dresdner Kunstakademie Beginn eines Studiums an der konservativen Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar gegen den Widerstand der Familie.

1903-1904

Austritt aus der Weimarer Kunstschule ohne Abschluss.

Studienreise nach Paris. Fast ausnahmslose Zerstörung der Bilder aus der Paris-Zeit durch Beckmann selbst.

1904

Übersiedlung nach Berlin. Anschluss an die Berliner Secession.

1905

Erster Eintrag in die von nun an geführte handschriftliche Bilderliste: Junge Männer am Meer (G 18)

1906

Auf der 3. Ausstellung des deutschen Künstlerbundes in Weimar erhält Beckmann für Junge Männer am Meer den Ehrenpreis des Deutschen Künstlerbundes, der mit einem Studienaufenthalt in der Villa Romana in Florenz verbunden ist.

Das Großherzogliche Museum in Weimar erwirbt mit Junge Männer am Meer als erstes Museum ein Beckmann-Gemälde.

Tod der Mutter. Heirat mit der Malerin Minna Tube.

1907

Mitgliedschaft in der Berliner Secession.

Einzug in das von Minna Beckmann-Tube entworfene Atelierhaus in Berlin-Hermsdorf.

1908

Geburt des Sohnes Peter.

1909

Ausstellungsbeteiligung im Pariser Salon d'Automne.

1910

Beckmann wird als jüngstes Vorstandsmitglied der Berliner Secession gewählt.

1911

Austritt aus dem Vorstand der Berliner Secession. Fortbestand der Mitgliedschaft, weiterhin Ausstellungstätigkeit.

1912

Erstes Zusammentreffen mit J. B. Neumann, der Beckmanns Kunsthändler wird.

Beginn der Zusammenarbeit mit Reinhard Piper.

Beckmann lernt den Hamburger Kaufmann Henry B. Simms kennen. Dieser baut vor dem Ersten Weltkrieg die umfänglichste Sammlung von Beckmann-Werken auf.

Erste Einzelausstellungen im Großherzoglichen Museum in Weimar und im Magdeburger Kunstverein.

Beckmann-Marc-Kontroverse in der Zeitschrift Pan. Beckmann polemisiert gegen des Expressionismus.

1913

Paul Cassirer zeigt erste Einzelausstellung mit 47 Gemälden. In seinem Verlag erscheint die erste, von Hans Kaiser verfasste Monographie zu Max Beckmann.

1914

Austritt aus der Berliner Secession und Mitbegründung der Freien Secession.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs meldet sich Beckmann freiwillig zum Sanitätsdienst in Flandern. Es entstehen Zeichnungen und Radierungen, in denen er seine Kriegseindrücke schildert.

1915

Entlassung aus dem Militärdienst nach kriegsbedingtem körperlichem und seelischem Zusammenbruch.

Verzicht auf die Rückkehr zur Familie in Berlin. Wohnsitznahme in Frankfurt am Main bei Ugi und Fridl Battenberg.

1917

Endgültige Entlassung aus dem Militärdienst.

Kriegserlebnisse lassen Beckmanns Stil kantiger, expressiver und sozialkritischer werden.

Graphikausstellung bei J. B. Neumann in Berlin. Beginn der langjährigen Zusammenarbeit.

1919

Ablehnung einer Berufung an die Weimarer Kunstschule (das spätere Bauhaus).

1922

Zinglers Kabinett zeigt erste Beckmann-Ausstellung in Frankfurt.

1923

J. B. Neumann emigriert nach New York. Seine Geschäfte in München übernimmt Günther Franke. In Berlin führt Karl Nierendorf das Graphische Kabinett weiter.

Verträge mit Paul Cassirer in Berlin und Peter Zingler in Frankfurt am Main ergänzen die Abmachung mit J. B. Neumann in New York.

Beckmann-Monographie von Reinhard Piper mit Beiträgen von Glaser, Meier-Graefe, Fraenger und Hausenstein erscheint.

1924

Ausstellung bei Paul Cassirer in Berlin.

1925

Übernahme eines Meisterateliers an der Kunstschule des Städel-Museums in Frankfurt (Main).

Scheidung von Minna Tube. Heirat mit Mathilde (Quappi) von Kaulbach.

1927

Alfred Flechtheim wird für die nächsten drei Jahre in die Absprachen mit J. B. Neumann einbezogen.

Beckmann lernt Curt Valentin in der Galerie Flechtheim in Berlin kennen.

Als Geschenk zum 60. Geburtstag von Julius Meier-Graefe geht Die Barke (G 253) auf Vermittlung von Alfred Flechtheim an die Nationalgalerie in Berlin.

1928

Verleihung des Reichsehrenpreises Deutscher Kunst.

Nationalgalerie in Berlin erwirbt Selbstbildnis im Smoking (G 274) von 1927.

Umfassende Beckmann-Retrospektive in Mannheim; Ausstellungen bei Günther Franke in München und Alfred Flechtheim in Berlin.

1929

Großer Ehrenpreis der Stadt Frankfurt. Zweiter Preis der Carnegie-Stiftung. Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf ohne Geldpreis.

Ausstellungen in der Kunsthalle Basel, im Kunsthaus Zürich und in der Kestner-Gesellschaft, Hannover.

Anmietung von Wohnung und Atelier in Paris.

Beginn der Weltwirtschaftskrise. Massive Auswirkungen auf Künstler und Kunsthandel.

1930

Vertragsverlängerung mit der Städelschule um fünf Jahre, mit J. B. Neumann und Alfred Flechtheim um sieben Jahre.

Biennale in Venedig zeigt sechs Beckmann-Gemälde.

Retrospektiven im Kunsthaus Zürich und in der Kunsthalle Basel.

1931

Erste Ausstellungen in Paris und bei J. B. Neumann in New York.

Beckmann wird von nationalsozialistischer Seite zunehmend angegriffen.

1932

Ende der Zusammenarbeit mit und Alfred Flechtheim. Neue Vereinbarungen mit J. B. Neumann und Günther Franke.

Aufgabe des Ateliers in Paris.

1932-33

Einsetzen einer neuen Schaffensperiode mit der Entstehung des ersten von neun monumentalen Triptychen.

1933

Im Februar 1933 Eröffnung des Beckmann-Saales der Nationalgalerie mit 10 Gemälden im ehemaligen Kronprinzenpalais; die Schließung erfolgt nur sechs Monate später.

Fristlose Entlassung aus dem Lehramt im April; Übersiedlung nach Berlin im Mai.

1934

Beckmanns fünfzigster Geburtstag wird von der deutschen Presse ignoriert. Der Künstler denkt erstmals an Emigration.

Neue Kontakte zu Hanns Swarzenski und dem Buch- und Kunsthändler Karl Buchholz, bei dem Flechtheims früherer Assistent Curt Valentin als Galerieleiter arbeitet.

1936

Beckmann-Ausstellung bei Hildebrand Gurlitt in Hamburg; letzte Ausstellung in Deutschland bis 1946.

Kronprinzenpalais wird geschlossen.

1937

Beschlagnahme von 674  »entarteten« Beckmann-Werken in deutschen Museen.

Emigration nach Amsterdam, nachdem er am 18. Juli 1937 im Radio die Hetzrede Adolf Hitlers gegen die »Entartete Kunst« gehört hatte. Während der gleichnamigen Münchener Ausstellung wurden 10 Gemälde und 12 Graphiken des Künstlers diffamiert werden.

1938

Vortrag „Meine Theorie der Malerei (On My Painting)“ in der New Burlington Gallery in London anlässlich der Gegenausstellung zur Entarteten Kunst in München.

Mehrere Einzelausstellungen In der Schweiz und in den USA.

Im Oktober Umzug für 9 Monate nach Paris. Wohnung in Amsterdam bleibt Hauptwohnsitz.

1938-54

Regelmäßige Ausstellungen in der Buchholz Gallery von Curt Valentin in New York, der Anfang 1937 emigrieren musste.

1939

Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die geplante Übersiedlung von Amsterdam nach Paris scheitert.

Golden Gate International Exhibition in San Francisco vergibt ersten Preis an Beckmann.

Beginn der „Verwertung entarteter Kunst": Beckmanns Gemälde aus früherem deutschen Museumsbesitz gehen über Karl Buchholz in die USA zu Curt Valentin und an Günther Franke in München.

1940

Einmarsch deutscher Truppen in den Niederlanden. Beckmann verbrennt seine Tagebücher (1925-1940).

Angebot eines Lehrauftrages am Art Institute in Chicago scheitert am Visum, das Beckmann verweigert wird.

1941

Aufgrund der veränderten Verhältnisse durch die deutsche Besetzung der Niederlande kann der Arzt Dr. Peter Beckmann, Sohn des Künstlers, gelegentlich Bilder aus Amsterdam nach Deutschland bringen, ebenso der Kunsthändler Günther Franke.

1942

Museum of Modern Art erwirbt über Curt Valentin das Tritychon Abfahrt (Departure) von 1932 / 1933.

Nach Musterung durch die deutsche Wehrmacht wird Beckmann für dienstuntauglich erklärt.

1944

Wehrmachtstruppen verlassen die Niederlande.

Beckmann klagt zunehmend über Herzbeschwerden.

1945

Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Kontakt nach Deutschland bricht ab. Beckmann ist in Amsterdam isoliert.

1946

Ausstellungen in New York, Boston und San Francisco, außerdem in München.

1947

Beckmann lehnt eine Berufung an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin ab.

Reisen nach Nizza und Paris.

Übersiedlung in die Vereinigten Staaten im August. Übernahme einer Gastprofessur an der Washington University Art School (Saint Louis).

Einzelausstellungen in Frankfurt am Main, Hamburg, New York, Buffalo und Philadelphia.

1948

Kurzzeitige Rückkehr nach Amsterdam; Vorbereitung des endgültigen Umzugs in die USA.

Umfassende Beckmann-Retrospektive im City Art Museum (Saint  Louis), die anschließend noch in Detroit, Los Angeles, San Francisco und Cambridge / Massachusetts gezeigt wird.

1949

Beckmann zieht nach New York und unterrichtet an der Brooklyn Museum Art School.

Verleihung des Carnegie-Preises.

1950

Ehrendoktorwürde der Washington University in Saint Louis.

Preis der Biennale in Venedig wird an Beckmann vergeben, der mit vierzehn Gemälden vertreten ist.

Beckmann stirbt am 27. Dezember 1950 während eines Spazierganges im New Yorker Central Park an einem Herzinfarkt.